Info / Festival
20min|max ist ein Kurzfilmfestival, das seit 2006 vom Theater Ingolstadt und der Designagentur xhoch4 veranstaltet wird. Bei 20min|max ist der Name ist Programm: Filme unterschiedlichster Genre, die aber alle eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten, werden vom 15. bis 20. Mai 2010 in Ingolstadt gezeigt und ausgezeichnet.
Die Devise: Spannungsreichtum der Vielfalt
Die Abwesenheit jeglicher Genre-Begrenzungen macht das Ingolstädter Festival zu einem Panorama der aktuellen Kurzfilmszene. Die Vielfalt der Gattung "Kurzfilm" wird bei 20min|max über die direkte Abfolge, den so entstehenden Kontrast und die Möglichkeit des Vergleichs präsent gemacht und unterstreicht, dass der Kurzfilm zum einen sehr viel mehr als ein Vorfilm zum Langfilm ist und zum anderen die Auswahl und dramaturgische Anordnung in Zeiten massenhafter Videoproduktion enorme Wichtigkeit besitzt. Dass die Veranstalter des Kurzfilmfestivals 20min|max ein Theater, das Theater Ingolstadt, und eine Grafikagentur (xhoch4) sind, unterstreicht diese Herangehensweise. Ästhetische Bewertungsmaßstäbe werden von Designern angelegt, Regisseure und Dramaturgen wissen erzählerische Spannungsbögen zu beurteilen. Und ganz nebenbei wird somit eine zwischen Theater und Film teils künstlich heraufbeschworene Abgrenzung widerlegt und die unsichtbare Trennlinie zwischen Design und Kunst gesprengt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine unabhängige, vielfältige, ungewohnte aber sehr stimmige Programmauswahl, die die Wahrnehmungsgewohnheiten des 20min|max-Publikums mal hinterfragt, mal schult, mal amüsiert, mal bedient.
Die Ursprünge: Festivalgeschichte
Im Oktober 2005 hatten der Intendant des Theaters Ingolstadt, Peter Rein, und Michael Klarner (bis Ende 2008 Geschäftsführer des Ingolstädter Fernsehsenders INTV) die Idee, ein Filmfestival für Ingolstadt zu schaffen. An einem Abend sollten Kurzfilme von Ingolstädter Filmemachern im Theater Ingolstadt zu sehen sein, sollten dort eine Plattform geboten bekommen. Und so kam es, dass Ingolstadt seit dem 12. Mai 2006 sein eigenes Filmfestival hat. 20min|max. Der Name des Festivals war sogleich Programm und ist es noch heute: 20min|max besagt, dass die Filme zwar aus jedem Genre stammen, allerdings nicht länger als 20 Minuten sein dürfen. So entsteht für das Festivalprogramm eine spannende, auch spannungsreiche Mischung aus Dokumentationen, Spielfilmen, Musik-Clips und Videokunst.
Die erste Festivalausgabe 2006 fand noch eintägig im Theater Ingolstadt statt und wurde als "Lange Nacht des Kurzen Films" zelebriert. Schon die Folgeausgabe 2007 wurde um einen Tag und eine Spielstätte erweitert – das Audi Programmkino. Weil der Erfolg ein beachtlicher war und 20min|max nicht nur deutschlandweite, sondern sogar europaweite Beachtung fand, wagte man nach einem festivalfreien Jahr 2008 (Ingolstadt war Austräger der 26. Bayerischen Theatertage) die Festival-Verlängerung auf vier Tage; drei Tage im Audi Programmkino, der finale Festivaltag mit Preisverleihung im Theater Ingolstadt. Weil auch diese dritte 20min|max-Ausgabe 2009 an allen Tagen ausverkaufte Säle verbuchen konnte, wird 20min|max 2010 in Form eines fünftägigen Festivals stattfinden.
Die Austragungsorte: bewährte Dualität
Das Festival an zwei Austragungsorten stattfinden zu lassen, hat sich bewährt. Das Audi-Programmkino bietet eine hervorragende Technik, klassische Kino-Atmosphäre und 75 Besuchern Platz. Im Foyer des Theaters Ingolstadt wird bewusst der nonchalante Aspekt der Veranstaltung gepflegt, indem „Durchgangsverkehr“ im Publikum durchaus gewünscht ist, eine ungezwungene Stimmung herrscht und die Filmnacht in einer Party endet. (Besucherzahl 2009: ca. 700).
Weil der Besucherandrang 2009 die Kapazitäten des Theaterfoyers sprengte und den Festivalbesuchern auch weiterhin eine gute Vorführqualität gewährleistet werden soll, wird 20min|max 2010 im Großen Haus des Theaters Ingolstadt stattfinden. Erstmals kann dann für den finalen, moderierten Festivalabend dann auch die gesamte Bühnentechnik genutzt werden.
Der Wettbewerb: flexible Kategorienbildung
Alle bei 20min|max gezeigten Filme laufen automatisch im Wettbewerb, dessen Preiskategorien nach Abschluss der Einsendefrist von der Jury Jahr für Jahr neu festgelegt werden. So kann nicht nur auf Trends und neue Tendenzen reagiert werden, auch förderungswürdige Strömungen können so besonders honoriert werden.
2009 wurden bei 20min|max mehr als vierzig Filme an den vier Festivaltagen gezeigt. Mit je 1.000 Euro dotierte Preise wurden für den besten Dokumentarfilm, den besten Spielfilm und den besten künstlerischen Film verliehen. Darüber hinaus ein Förderpreis für den besten regionalen Nachwuchsfilm.
Die Impulse: Von Ingolstadt aus erfolgreich
Schon bei der ersten 20min|max-Ausgabe 2006 wurde klar, dass man sich nicht allein auf Ingolstädter Einreichungen beschränken würde, da schon zum Festivalursprung Einreichungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz eintrafen. Mehr und mehr entdecken inzwischen auch Filmschaffende aus dem europäischen Ausland 20min|max für sich. Der regionale Aspekt nimmt dennoch und nach wie vor einen wichtigen Stellenwert ein: über den speziell ausgelobten Preis für den besten regionalen Nachwuchsfilm wird die Filmszene der Region 10 gefördert und vernetzt.
Besonders erfreulich zu beobachten war, dass einige Filmschaffende, die bei 20min|max ausgezeichnet wurden, von Ingolstadt aus weitere Erfolge feiern konnten. So wurde »Fliegenpflicht für Quadratköpfe« (Stephan-Flint Müller, Publikumsgewinner Ingolstadt 2006) mit dem mit 25.000 Euro dotierten Nachwuchspreis der KunstFilmBiennale Köln ausgezeichnet.
»Teddybär« (Pedram Zolgadri) wurde nach Ingolstadt beim »Espaniol International Filmfestival « in Valencia, beim »India International Filmfestival« in Kalkutta, dem »Para Festival Chileno International del Cortometraje« in Santiago de Chile und dem »Teheran Iranian Young Cinema« in Teheran gezeigt. Für Aron Lehmanns Film „Liebe Gemeinde“ (Bester Spielfilm 20min|max 2009) folgte die Auszeichnung als „Bester Kurzfilm“ bei den Grenzland Filmtagen Selb...
Das Erscheinungsbild: Ein Film für sich
Das Erscheinungsbild von 20min|max, Plakate, Programmheft und Festivaltrailer werden von xhoch4 jährlich unter ein bestimmtes, künstlerisches Motto gestellt, über das in der Ausschreibung zu Kunst, Grafik, Experiment und eigenem Ausdruck aufgerufen wird. 2009 wurden dazu vier Trailer gedreht, die durch die Absurdität der TV-Spots der österreichischen Schuhfirma HUMANIC aus den 1960er-80er Jahren inspiriert waren, durch deren konkrete Kunst und Poesie. Ein solches Konzept zieht sich konsequent bis zur Preisverleihung durch, wo 2009 beispielsweise die Trailerfiguren live in Erscheinung traten.
In der Kürze liegt die Würze
Oder mit anderen Worten: in der Konzentration auf das Wesentliche wird das filmische Anliegen im Kurzfilm pointiert dargebracht. Es ist der Kurzfilm, der es versteht, die zentralen Aspekte der Geschichte auf direkte, nebulöse, unterhaltsame, spannende oder kunstvolle Art auf Film zu bannen. Und genau dafür steht 20min|max.






